Vereinsreise Prag

Von G. Maserak

Zoofreunde sind Morgenmenschen, darum ging es auch diesmal wieder zeitig los. Am frühen Morgen des 14. September haben wir uns am Busbahnhof getroffen um unsere Fahrt nach Prag zu starten. Wie immer war unser Reisespatz mit unseren Fahrer Jörg pünktlich zur Stelle und schon ging es los.

Nachmittags im Hotel eingetroffen, stand der erste Tag jeden zur freien Verfügung. Da die U-Bahn in direkter Nähe lag, stand bei den meisten erstmal die Prager Innenstadt auf dem Plan. Ausgeruht und nach ausgiebigen Frühstück ging es dann am Freitag zum Prager Zoo. Erstes wissenwertes erfuhren wir von Tomás Kapic, der uns vor Ort in Empfang nahm. Der im europäischen Zooranking (Quelle A. Sheridan) auf Platz 8 und im osteuropäischen Vergleich führende Zoo beherbergt auf 58 Hektar 4700 Tiere von mehr als 680 Arten.



Neben den typische Besuchermagneten, wie z. B. Asiatische Elefanten, Raubkatzen (Sibirische Tiger, Asiatische Löwen, Amurleoparden, Nebelparder und Geparde), und Eisbären, widmet sich der Zoo intensiv den Przewalski Pferden,



den letzten Wildpferden.

Die großzügige Anlage kann man per Sesselift erreichen, was natürlich eine nette Abwechslung war. Seit 1920 widmet sich der Zoo den Erhalt und der Aufzucht dieser in der freien Natur fast ausgestorbenen Rasse. Im Jahr 1990 wurde mit Auswilderungen in Ihrer ursprünglichen Heimat nahe der chinesichen Grenze im 9000 km² großen Schutzgebiet Gobi-B begonnen. Das letzte freilebende Wildpferd wurde dort 1969 gesehen.

Weitere seltene Arten im Zoo Prag sind Malaysia-Tiger, Blauer Leguan, Chinesischer Riesensalamander und Lear-Ara.

Nachdem im Jahr 2002 das verheerende Hochwasser 130 Tiere nicht mehr gerettet werden konnten aber eben auch über 1000 Tier evakuiert und in Sicherheit gebracht worden, benötigte der Zoo mehrere Jahre zum Wiederaufbau mit den neuesten Erkenntnissen der Hochwasserforschung um die Anlagen sicherer zu machen. Sehr geholfen haben die Spenden aus der Bevölkerung mit umgerechnet ca. 800.000 € (z.T. auch aus Deutschland), auch wir haben einen Beitrag für die großartige Leistung der Mitarbeiter des Zoos geleistet und eine Spende von 500 € übergeben, welche von den Zoofreunden Prag dankbar entgegengenommen wurde.



Am Sonntag stand eine vom Reisespatz mit angebotene Stadtrundfahrt auf dem Programm. Eine, für meine Begriffe, sehr anstrengende Angelegenheit, da wir dann doch fast 4 Stunden in der völlig überfüllten Prager Altstadt unterwegs waren.

Es gab sehr viel zu sehen, da die Geschichte Prags sehr weit zurückreicht. So sind wir dann an der Prager Burg Hradschin zu unserer Tour gestartet, haben u.a. den St.-Veits-Dom besichtigt und sind dann über die Karlsbrücke zum Prager Rathaus, wo die Turmuhr unsere Tour beendete. Viele nutzen trotz aller Strapazen doch den Rest vom Tag um auf eigenen Faust die Stadt weiter zu erkunden, denn es gab immer noch sehr viel zu entdecken.



Wir verbrachten den Abend dann noch in einem sehr gemütlichen Restaurant in Hotelnähe, um uns bei den sehr günstigen Preisen von den Strapazen des Tages zu erholen. So gestärkt konnte es am nächsten Tag nach Ústi nad Labem weitergehen.

Der Zoo besteht seit 1908 und beherbergt auf einer Fläche von 25 Hektar ca. 1500 Tiere in 250 Arten.

Nach kurzer Fahrt von Prag, wurden wir von den Zooführern Vera Vrabcová und Matej Kynst empfangen. Da die deutsche Sprache in Tschechien nicht mehr so verbreitet ist, benötigten wir 2 Dolmetscher.


Die sehr sympathischen Damen hatten sich auch gut vorbereitet und konnten selbst Fachbegriffe gut übersetzen, manchmal mussten wir auch mithelfen, da es keine exakte Übersetzung gab, das machte aber die gesamte Führung sehr kurzweilig.



Der Zoo liegt am Hang des Marienfels. Aufgrund der exponierten Hügellage sind die Anlagen sehr gut einsehbar und bieten verschiedene Perspektiven.



Eine Attraktion ist der tägliche Spaziergang der Elefanten, man hat die Gelegenheit den großen Tieren „Auge in Auge“ gegenüberzustehen. Der Pavillon, das Schlafzimmer der Elefanten, soll demnächst umgebaut werden um den Tieren mehr Platz und Freiheit zu ermöglichen.



Da natürlich auch in Ústi die Mittel sehr begrenzt sind haben wir für den Umbau der Anlage 500 € bereitgestellt und haben auch schon die Einladung erhalten, nach Fertigstellung den Zoo wieder zu besuchen.

Da der Zoo nur knapp 300 km entfernt ist, lohnt sich auch mal ein Tagesausflug dorthin. Ich kann wirklich empfehlen, die mit sehr viel Liebe und Herzblut eingerichteten Anlagen zu besuchen.


Es wird mit Garantie nicht die letzte Vereinsfahrt in die Tschechei gewesen sein!

Gerd Maserak

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